Individuelle Haftpflicht für komplexe Lieferbeziehungen
Die Individualkonzepte unterscheiden Handels- und Herstellungsbetriebe von Baubetrieben und richten sich an Unternehmen mit mehr als drei Millionen Euro Jahresumsatz. Bei der Ausgestaltung können Produktarten, Abnehmerbranchen und besondere vertragliche Anforderungen berücksichtigt werden. Für kleinere Unternehmen stehen daneben gewerbliche Standardlösungen zur Prüfung bereit.
Das digitale Betriebshaftpflichtprodukt der Alten Leipziger richtet sich an Unternehmen bis zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Seine vereinfachte Kalkulation sagt noch nichts darüber aus, ob ein anspruchsvolles Zulieferrisiko darin passend erfasst ist. Bei Komponenten für Serienfertigung sollte die Produkthaftungsdeckung daher ausdrücklich mitangefragt werden.
Produkthaftpflicht: Vom fertigen Verkaufsartikel zum Zulieferteil
Verletzt ein fehlerhafter Verkaufsartikel einen Kunden, steht ein anderer Schaden im Raum als bei einer mangelhaften Komponente, die erst beim Abnehmer verarbeitet wird. Im zweiten Fall können erhebliche Kosten entstehen, obwohl zunächst niemand verletzt und keine andere Sache beschädigt wurde.
Für solche Lieferketten kommt die erweiterte Produkthaftpflicht in Betracht. Benennen Sie im Angebot insbesondere Verbindung oder Vermischung, Weiterbearbeitung, Austausch bereits eingebauter Teile sowie erforderliche Prüfungen. Welche Positionen tatsächlich erfasst sind, muss die vereinbarte Erweiterung zeigen. Der bloße Ersatz Ihres mangelhaften Erzeugnisses wird dadurch nicht zu einer allgemeinen Garantieleistung.
Lohnbearbeitung und Produktrückruf im Individualkonzept
Zu den Erweiterungen der Individualpolice gehören Lohnbearbeitungsschäden einschließlich des Auftragsgegenstands bis 100.000 Euro. Das ist für Betriebe relevant, die fremde Werkstücke beispielsweise beschichten oder bearbeiten. Auch Produktschutz und Beratungskosten im Rahmen der vereinbarten Rückrufkostendeckung gehören zu den vorgesehenen Leistungen.
Unterscheiden Sie dabei einen Rückruf zur Abwehr einer Gefahr von einer gewöhnlichen Reklamationsaktion. Für eine konkrete Lieferung sollten Auslöser, Rückrufgebiet, gedeckte Kosten und Selbstbehalt aus dem Angebot hervorgehen.
Fünf Millionen Euro sind keine generelle Höchstgrenze
Die Regelversicherungssumme des Individualkonzepts beträgt fünf Millionen Euro mit dreifacher Jahresmaximierung. Im allgemeinen gewerblichen Haftpflichtangebot der Alten Leipziger sind auch höhere Summen bis zehn Millionen Euro vorgesehen. Die passende Vereinbarung hängt vom Risiko ab; für einzelne Produkterweiterungen können eigene Grenzen gelten.
Bei Serienlieferungen verdient die Serienschadenregel besondere Aufmerksamkeit. Viele Reklamationen aus derselben Fehlerursache können versicherungsvertraglich zusammengehören. Deshalb sollte ein Hersteller die größtmögliche betroffene Charge statt nur den Wert eines einzelnen Bauteils betrachten.
Was beim Wechsel eines gewachsenen Haftpflichtvertrags zählt
Das Individualkonzept enthält eine Besitzstands- und eine Bestleistungsgarantie. Deren Wert liegt im vertraglich geregelten Erhalt beziehungsweise der Ergänzung von Leistungen. Sie ersetzen keine vollständige Beschreibung neuer Produkte, Exportmärkte oder zusätzlicher Tätigkeiten.
Legen Sie für einen Wechsel die bisherige Police und besondere Vereinbarungen bereit. Ein Liefervertrag mit erweiterten Haftungszusagen oder eine neue Eigenmarke sollte ausdrücklich besprochen werden. Gleiches gilt für Exporte und Ansprüche aus den USA oder Kanada.
Wovon hängt der Preis für einen Produktionsbetrieb ab?
Umsatz allein beschreibt das Risiko nur teilweise. Ein Zulieferer mit wenigen sicherheitsrelevanten Bauteilen kann größere Folgeschäden auslösen als ein Händler mit vielen einfachen Artikeln. Für die Kalkulation helfen Produktbeschreibungen, Verwendungszweck, Lieferländer und Angaben zur Qualitätssicherung.
Ein Beispiel: Ein Oberflächenbetrieb bearbeitet kundeneigene Metallteile. Neben Schäden an den angelieferten Teilen können nach deren Einbau weitere Austauschkosten entstehen. Lohnbearbeitungsschutz und erweiterte Produkthaftpflicht sind deshalb getrennt zu betrachten und mit passenden Summen anzufragen.
Ein Angebot anhand Ihrer Produkte erhalten
Nutzen Sie das Angebotsformular für Ihren Handels- oder Fertigungsbetrieb. Eine genaue Beschreibung der Lieferkette hilft, Beitrag und Produkthaftungsumfang sinnvoll miteinander zu vergleichen.