Was bietet Profi-Schutz für Handelsbetriebe?

Die Betriebshaftpflicht bildet den Rahmen für Ansprüche wegen gelieferter Waren und erbrachter Leistungen. Im überarbeiteten Profi-Schutz ist für definierte Betriebsarten eine erweiterte Produkthaftpflicht mit 500.000 Euro Versicherungssumme und 1.000 Euro Selbstbeteiligung enthalten. Das gilt nicht pauschal für jedes Gewerbe.

Höhere Summen lassen sich anfragen. Für einen Händler ist deshalb zuerst die richtige Beschreibung des Sortiments wichtig: Reiner Weiterverkauf, Eigenmarken und Import in den Europäischen Wirtschaftsraum können unterschiedlich zu bewerten sein. Ein günstiger Betriebshaftpflichtbeitrag allein zeigt noch nicht, ob diese Tätigkeiten erfasst sind.

Welche Folgen eines Produktfehlers sollen versichert sein?

Die konventionelle Produkthaftpflicht betrifft Personen- und Sachschäden sowie daraus folgende Vermögensschäden. Ein fehlerhaftes Küchengerät, das beim Kunden einen Brand auslöst, ist ein anderes Risiko als ein geliefertes Bauteil, das nach der Montage vorsorglich ausgetauscht werden muss.

Die erweiterte Deckung kann vereinbarte Kosten aus Verbindung, Vermischung und Weiterverarbeitung sowie Aus- und Einbau erfassen. Voraussetzung ist der passende Baustein für die tatsächlichen Erzeugnisse. Die eigene mangelhafte Ware und eine bloße Nachlieferung bleiben davon abzugrenzen.

Industrie Select für Hersteller mit komplexeren Ansprüchen

Industrie Select Haftpflicht verbindet die betrieblichen, produktbezogenen und umweltbezogenen Haftpflichtrisiken. Im Produktbereich gehören unter anderem Einzelteileaustausch, Reparaturen in eingebautem Zustand sowie Prüf- und Sortierkosten zum vorgesehenen Umfang.

Auch eine Lieferkettenklausel und Regelungen zur Rückwärtsversicherung sind Bestandteil des Konzepts. Für einen Zulieferer kommt es darauf an, ob die vereinbarten Grenzen zu den möglichen Folgekosten beim Abnehmer passen. Bei einem Wechsel verdient außerdem die Zuordnung früher ausgelieferter Serien Aufmerksamkeit.

Rückruf- und Produktschutz sind eigenständige Prüfpositionen

Industrie Select ermöglicht die Absicherung von Eigen- und Fremdrückrufkosten, auch bei Rückrufen in den USA und Kanada. Zum beschriebenen Umfang gehören zudem bestimmte Fälle der Produktmanipulation und behördliche Rückrufe nicht zum Verzehr geeigneter Lebensmittel. Für Fahrzeugteile gelten besondere Abgrenzungen.

Diese Industriedeckung darf nicht mit jedem Profi-Schutz-Vertrag gleichgesetzt werden. Ein Lebensmittelimporteur sollte beispielsweise die Rücknahme betroffener Chargen, Beratungskosten und Dekontamination ausdrücklich prüfen lassen. Eine Reklamation ohne versicherten Rückrufanlass genügt nicht automatisch.

Warenexport und ausländische Tochtergesellschaft getrennt erfassen

Der Verkauf in ein anderes Land und der Betrieb einer dortigen Tochtergesellschaft sind unterschiedliche Risiken. Industrie Select kann im Europäischen Wirtschaftsraum direkte Mitversicherung und für weitere Länder eine Masterdeckung im Anschluss an lokale Policen vorsehen.

Benennen Sie Absatzländer und ausländische Standorte deshalb einzeln. Für einen deutschen Hersteller mit US-Vertriebsgesellschaft muss neben dem Export geklärt werden, welche Gesellschaft geschützt ist und welche lokale Police dazugehört. Eine pauschale Aussage „weltweit versichert“ wäre dafür zu ungenau.

Deckungssumme und Beitrag am größten denkbaren Serienfehler ausrichten

Im Profi-Schutz sind unter anderem allgemeine Haftpflichtsummen von drei, fünf oder zehn Millionen Euro wählbar; höhere Summen können angefragt werden. Für die erweiterte Produkthaftpflicht kann daneben eine eigene Grenze gelten. Zehn Millionen Euro allgemeine Deckung bedeuten daher nicht automatisch zehn Millionen Euro für jeden Austauschschaden.

Für den Preis zählen unter anderem Umsatz, Produktarten, Eigenfertigung, Import und Export sowie Schadenverlauf. Beschreiben Sie auch die größtmögliche betroffene Serie. Sind mehrere tausend Teile im Umlauf, kann die Organisation eines Austauschs teurer sein als deren Materialwert.

Die Lieferkette in die Angebotsprüfung einbeziehen

Beschreiben Sie im Angebotsformular Sortiment, Fertigung und Absatzmärkte. So lassen sich passende Vorschläge für Produkthaftung und gegebenenfalls Rückrufkosten anfordern.